Kontrolle am Arbeitsplatz
Gestern hatten wir Besuch von einem Bauknecht-Handwerker, der sich unsere Spülmaschine angeschaut hat. Es war der dritte Besuch dieser Art, wir eine neue Maschine, doch das ist eine andere Geschichte.
Interessant fand ich, dass jener Handwerker einen Koffer dabei hatte in dem ein Notebook, samt Drucker etc. integriert war. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich eine (handgeschriebene) Rechnung bekam und mich verabschieden konnte. Die heutige Generation der Handwerker ist per UMTS mit der Zentrale verbunden, muss sich nach getaner Arbeit dort einloggen und kann erst dann eine Rechnung etc. aus dem Drucker spucken.
Sicherlich bringt eine solche Vorgehensweise seine Vorteile (weniger Bürokratie, bessere Organisation etc.), allerdings, wie mir dieser Handwerker hinter vorgehaltener Hand erklärte, erlaubt diese Technologie seinem Vorgesetzten jeden seiner Schritte zu überprüfen.
Sein Chef wisse scheinbar immer wo er sich zur Zeit befindet und wie lange er an einem Einsatzort verweilt. Sollte die Reparatur länger dauern als gewöhnlich, bekommt der Handwerker einen Anruf. Sein Chef weiß auch welche Ersatzteile im Auto gelagert sind und sollte der Handwerker online Ersatzteile ordern, die sich (unwissentlich) im Auto befinden, bekommt der Handwerker einen Anruf. Wenn der Handwerker einen Fehler beim Rechnungsbetrag macht oder unerlaubterweise Rabatt gewährt, bekommt er einen Anruf. Wahrscheinlich ruft der Chef auch an, wenn der Handwerker kurz seine privaten E-Mails abruft oder gar einen Furz loslässt.
Es ist schon pervers, wie sehr man unter Beobachtung der Chefetage stehen kann und das nicht immer so offensichtlich, wie bei unserem Bauknecht-Handwerker.
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